Der Vorteil für die Plattenfirmen: sie verdienen am ganzen Kuchen mit und nicht nur an einem kleinen Happen wie dem CD-Verkauf. Der geht nach wie vor Jahr für Jahr um 5 bis 10 Prozent zurück.
Für noch nicht etablierte und junge Band können 360-Grad-Verträge auch eine Chance sein- One Republic wären auf jeden Fall nicht abgeneigt: "Right now, we are a young band, and we need help, we need the help of other companies to get us out there and help us make the best out of our business.”Der Vorteil eines Rundum-Wohlfühl-Paketes: Bands stehen weniger unter Druck, CDs verkaufen zu müssen, weil die Plattenfirma zum Beispiel auch an den Konzerten verdient. Und mit den Live-Gigs lässt sich am meisten verdienen.
Der Nachteil der Allround-Deals: die Künstler haben noch weniger Mitspracherecht, wenn alles von einem Unternehmen diktiert wird. 360 Grad ist aber ein Trend. Das Bochumer Label Gun Records hat zum Beispiel gerade einen Rundum-Vertrag mit den Newcomern Kim abgeschlossen. Und Sony oder Universal wollen keine klassischen Plattenlabel mehr sein, sondern Entertainment-Firmen, die Musik nicht nur veröffentlichen, sondern auch vertreiben, ihre Künstler sponsorn und sie auf Tournee schicken.http://www.universal-music.de/inhalt/musik/
http://www.gunrecords.de/suso/index.html
http://www.presseportal.de/pm/64726/1066642/live_nation
Viele Bands haben eigene Strategien entwickelt. Einige gehen den klassischen Weg vom Proberaum übers Demo bis zu einem Vertrag mit einem Label.
Samavayo aus Berlin z. B. Seit acht Jahren machen sie Gitarrenrock, haben diverse Tonträger selbst produziert gespielt, gespielt, gespielt - letztes Jahr sogar 80 Konzerte, auch im Ausland - alles selbst organisiert. Jetzt ist ihre neue EP erschienen - zum ersten Mal ganz professionell im Studio produziert, bei einem kleinen Independent-Label.
http://www.myspace.com/samavayo
Die Berliner Elektro-Punk-Pop-Trash-Band Bonaparte hat dagegen überhaupt keine Lust mehr auf das klassische Musikbusiness. Sie machen ihr eigenes Ding und sind durch viele, viele Gigs in der Berliner Partyszene zu lokaler Berühmtheit aufgestiegen. Ihr Album "Too much" vertreiben sie nur digital über iTunes. Ein Label haben und wollen sie nicht. Sie machen alles selbst.